Die Idee

Die ökumenischen Beziehungen zwischen der Fakultät für Orthodoxe Theologie „Andrei Şaguna“ und dem Departement für Protestantische Theologie der Universität „Lucian Blaga“ Sibiu/Hermannstadt ermöglichten die Gründung des Instituts für Ökumenische Forschung Hermannstadt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die theologische Forschung mit ökumenischer Ausrichtung zu fördern.

Die Revista Ecumenică Sibiu (RES) ist die wissenschaftliche Zeitschrift des Instituts. Sie steht im Dienst der theologischen Forschung im ökumenischen Geist, in Rumänien wie auch im Ausland, und ist durch ihren wissenschaftlichen Beirat und ihre Partner international vernetzt. Sie erscheint dreimal pro Jahr und behandelt jeweils ein bestimmtes Thema.

Ziele. Die Initiative zur Gründung der Zeitschrift RES entspringt der ökumenischen Tradition der Stadt, deren Namen sie trägt. 2007 war Sibiu/Hermannstadt europäische Kulturhauptstadt und Gastgeberin der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung. Diese beiden Großveranstaltungen sind nicht zufällig hier organisiert worden, ist doch Siebenbürgen für seine langjährige Tradition der Toleranz zwischen den verschiedenen christlichen Traditionen bekannt. Es gibt keine andere europäische Region in der über die Jahrhunderte Orthodoxe, Katholiken und Protestanten friedlich in dem gleichen geografischen und politischen Raum zusammenlebten.

RES hat es sich zur Aufgabe gemacht, die akademisch-theologischen Aktivitäten sowohl des rumänischen Raumes, als auch europaweit zu widerspiegeln. Die veröffentlichten Studien, Artikel und Rezensionen kommen aus dem theologischen Bereich, haben aber auch eine interdisziplinäre Dimension vor allem in den Bereichen Philosophie, Geschichte, Ethik, Sozialwissenschaften u.s.w. Unsere Publikation, aus einem Raum des Zusammenlebens verschiedener Völker und der interreligiösen Konfluenz verschiedener Kulturen hervorgegangen, versteht sich vor allem als Provokation für verschiedene ökumenische Forschungen und Projekte sowohl auf lokaler, als auch auf globaler Ebene. Die rumänischen und ausländischen Autoren werden dazu ermutigt, ihre eigenen kulturell-theologischen Hintergründe darzulegen, dieses jedoch in der unaufhörlichen Suche nach dem Dialog mit anderen kulturellen und konfessionellen Traditionen. Aus der Überzeugung heraus, dass wahre Identität erst im Dialog wachsen kann, erwächst dem ökumenischen Dialog eine Rolle der Selbsterkenntnis: wenn ich dem anderen begegne, verstehe ich besser, wer ich selber bin. Indem im ökumenischen Dialog falsche Selbstbilder zurechtgerückt werden, führt er weder zur Verwechslung, noch zur Verwässerung der eigenen Identität, sondern zu einer Hinwendung zum eigenen Selbst, das aus dieser Begegnung bereichert und gestärkt hervorgeht. Damit wird die gemeinsame Verantwortung der Christen in der Gesellschaft manifest und gebündelt, unabhängig von dem Raum, im welchem sie Ausdruck findet.

Der Publikationsprozess von RES beginnt mit einem call for papers, dem ein Prozess des blind-reviewing folgt, in dem die eingegangenen Beiträge evaluiert und eventuelle Änderungsvorschläge gemacht werden.

Beiträge für RES, in den Sprachen deutsch, englisch und rumänisch werden über die Adresse res@ecum.ro angenommen und auf ihre Relevanz für das betreffende Heft, sowie auf das Beachten der redaktionellen Richtlinien untersucht. Die letztendliche Entscheidung über die Publikation eines Beitrags liegt bei den Herausgebern und richtet sich nach den Empfehlungen des blind-reviewing.

Das Vorwort der Herausgeber
Prefaţa editorilor