Call for Papers 1 / 2020

Ökumenische Bewegung: Quo Vadis?
Überlegungen zur Ökumene in Zentral- und Osteuropa Sonderausgabe zum 10-Jahr-Jubiläum des Review of Ecumenical Studies

Vor zehn Jahren, im positiven Nachhall der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu/Hermannstadt, erschien die erste Nummer der Review of Ecumenical Studies Sibiu (RES). Aus dem Editorial jener ersten Ausgabe wird deutlich, dass die Herausgeber sich nicht wenig vorgenommen hatten: RES möge der Suche nach der Wahrheit dienen. Wahrheit wird nicht dann bewahrt, wenn man sich hinter die eigenen Grenzen zurückzieht. “Wahrheit ist vielmehr auf den Dialog angewiesen, in deinem doppelten Sinn: um sich zu bezeugen, aber auch um sich zu bewähren” – so wurde es damals ausgedrückt.

Das ist heute gleichermassen aktuell. Den Anderen in Wahrheit zu erkennen, mit seinen Ähnlichkeiten und in seiner Fremdheit, dient auch der vertieften Selbsterkenntnis. Zum Anderen zu finden bedeutet immer auch, zu sich selbst zu finden. So kann zudem deutlich werden, was uns wirklich noch trennt und was uns schon verbindet. Diese Haltung eines ehrlichen ökumenischen Dialogs war in den zehn Jahren des Bestehens von RES zumeist nicht das direkte Thema, aber es bildete den Hintergrund, auf dem eine Vielfalt von Fragen angegangen wurden. Für die geplante Jubiläumsnummer ist nun eine Standortbestimmung zur Frage geplant, wie es um die Ökumene in Zentral- und Osteuropa steht. Dabei kann u.a. an folgende Leitfragen gedacht werden:

    • Inwiefern wird die Begegnung mit dem Anderen tatsächlich als eine Möglichkeit gesehen, der Wahrheit zu dienen, und inwiefern hingegen als eine Infragestellung der Treue zur eigenen Wahrheit?
    • Die ökumenische Bewegung kann verschiedene Etappen mit unterschiedlichen Prioritäten. Welche dieser Etappen und Themen hat in Zentral- und Osteuropa Spuren hinterlassen, welche hingegen wurden kaum rezipiert?
    • Welche sozialen, politischen, kulturellen und dogmatischen Besonderheiten haben den Dialog zwischen den Kirchen in dieser Region erschwert? Was hingegen hat ihn hingegen erleichtert?
    • Gibt es Beispiele für besonders gelungene ökumenische Praxis (sei es an der Basis, sei es auf der offiziellen kirchlichen oder theologischen Ebene), die es verdienen, besser bekannt zu werden?
    • Inwiefern wurden die Resultate der ökumenischen Gespräche in der theologischen Forschung und Lehre rezipiert? Werden diese berücksichtigt, wenn über wichtige Fragen wie z.B. die gegenseitige Anerkennung der Sakramente oder die Rolle der Frauen in der Kirche nachgedacht wird?
    • Hat der ökumenische Dialog in dieser Region Zukunft? In welche Richtung könnte oder sollte er sich entwickeln? Worin bestehen die wichtigsten Herausforderungen

Einsendetermin: 1. November 2019

Email: res@ecum.ro

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