Call for Papers 3 / 2018

Mischehen

Migration ist kein Kennzeichen unserer Zeit – es gab sie in allen Epochen. Sie steht heute aber zuoberst auf der politischen Agenda – und sie prägt das ökumenische Zusammenleben der Konfessionen. Ein bedeutender Anteil der Mitglieder altorientalischer Kirchen lebt heute im Westen. In wachsendem Masse gilt dies auch für orthodoxe Kirchen. Die Situation als Diaspora-Gemeinden führt zu ganz neuen Herausforderungen.

Eine davon ist die rasche Zunahme gemischt-konfessioneller Eheschliessungen. Nicht zufällig war diese Frage einer der kontroversesten Punkte auf der Agenda der Heiligen und Grossen Synode in Kreta im Jahr 2016. Während sich einzelne Kirchen auf das Verbot gemischter Ehen beriefen, wie es in altkirchlichen Kanones ausgedrückt wird, betonten andere die pastorale Verantwortung und damit die Möglichkeit, Regeln nicht immer strikt anzuwenden.

Die Nummer 3-2018 von RES möchte die Frage von gemischt-konfessionellen Ehen aufgreifen, im Besonderen dann, wenn ein Ehepartner der orthodoxen Kirche angehört. Wie wird diese Möglichkeit in den verschiedenen orthodoxen Kirchen beurteilt, und wie sehen es die ökumenischen Partner? Können in der Diaspora andere Regeln gelten als in der Situation als Mehrheitskirche? Wie ist die Unterscheidung von ‚akribeia’ und ‚oikonomia’ zu verstehen? Ist sie für die Partnerkirchen einsichtlich, oder führt sie zu ungelösten theologischen Fragen? Ist die Frage, wie und inwiefern die Ehe als Sakrament verstanden wird, entscheidend? Wie ist die seelsorgerliche Praxis in der Hinführung auf die Ehe, in der Kindererziehung, in der Einbindung der Partner in die je eigene kirchliche Gemeinschaft? Gibt es liturgische Modelle, die die ökumenische Dimension einer gemischt-konfessionellen Eheschliessung zum Ausdruck bringen? Gab es im Verlauf der Kirchengeschichte unterschiedliche Lösungen auf diese Fragen?

 Deadline: 15. Juni 2018

Email: res@ecum.ro

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